|
Boiler from Dieter Handtmann, Germany
Kessel von Dieter Handtmann aus Deutschland | |||
| Build | Baujahr | ||
| Steam production | Dampfleistung | - | |
| Pressure | Dampfdruck | - | |
| Water contents | Inhalt | - | |
| Heating surface | Heizfläche | - | |
| - | Steigrohre | ||
| - | Fallrohre | ||
| Weight (without water) | Gewicht (ohne Wasser) | - | |
| Heated by | Feuerung | ||
Der Erbauer des hier beschriebenen Kessels schrieb mir folgende Zeilen:
Neuer Wasserrohr-Dampfkessel meistbietend abzugeben
Vorgeschichte:
Als ich vor drei Jahren von einem Vereinsmitglied eine FROLIC 18' - Schale mitsamt
englischem Rauchrohrkessel erwarb, wurde mir schnell klar, daß mit diesem Kessel
mein DB zur Fahrt auf dem Bodensee nicht zugelassen wird. Das Landratsamt Konstanz
verlangt auch bei privat genutzten Dampfbooten eine Erlaubnis zur Errichtung und
zum Betrieb des Dampferzeugers nach der Verordnung über Dampfkesselanlagen (DampfkV).
Daraufhin versuchte ich ohne Erfolg ein Jahr lang einen Lieferer bzw. einen Hersteller
auszumachen, der mir einen geeigneten Wasserrohrkessel liefern könnte. Vorbild dazu
war der Wasserrohr-Kessel, den unser Vereinsmitglied Kurt Benz konstruiert, gebaut
und in seinem DB "Pyrmin" erfolgreich eingesetzt hatte. Kurt Benz hatte mir
dankenswerterweise seine Konstruktionszeichnungen zur Verfügung gestellt.
Schließlich entschied ich "selbst ist der Mann", studierte die DampfkV und die
Technische Regeln Dampf (TRD), konstruierte und baute schließlich zusammen mit
kompetenten Partnern zwei Prototypen, die Anfang dieses Jahres fertiggestellt
wurden. Zwei Stück Prototypen deshalb, da ich dachte, daß eine Serie von zwei
Stück letztendlich kostengünstiger ausfallen dürfte als ein Einzelstück. Das
Ergebnis ist in Abb. 1 zu sehen und wie folgt beschrieben:
Daten des Kessels:
Es handelt sich um einen vertikalen Wasserrohr-Kessel mit Naturumlauf.
Er ist in Gruppe III der DampfkV eingestuft und entspricht hinsichtlich
der Konstruktion und Bemessung den TRD.
| Höhe bis Oberkante Hauptdampfleitung: | h = 1,44 m |
| Durchmesser der Aufstellfläche: | D = 0,54 m |
Der Kessel ist vom TÜV-Südwest vorgeprüft und nach §15 (2) DampfkV abgenommen
und besitzt die entsprechenden Zertifikate.
Er kann mit Öl, Gas, Kohle oder Holz befeuert werden. Bei Holz- und
Kohlebefeuerung ist es zweckmäßig und möglich ein Gebläse für genügend
Zufuhr von Verbrennungsluft einzubauen. Die Feuerbuchse ist wasserummantelt.
Das Speisewasser wird an drei Stellen eingespeist. Die Heizfläche wird im
wesentlichen durch 99 Stück Siederohre 18 mm x 2 mm, 480 mm lang und 3 Stück
Fallrohre 42,4 mm x 2,6 mm, 450 mm lang realisiert. Die Siede- und Fallrohre
sind nach Abb. 2 mit Elektronenstrahl (EB - Schweißen) in die Rohrböden
eingeschweißt. Diese Schweißungen sind wesentlich korrosionsbeständiger
als die der konventionellen Methode, bei welcher die Rohre durchgesteckt,
eingewalzt und einseitig angeschweißt werden (Spaltkorrosion). Weil es sich
um einen Schiffsdampfkessel handelt, mußte die NW-Marke 150 mm oberhalb
Rohrboden gelegt werden. Die meisten Bauteile sind aus Kesselstahl St 35.8
bzw. H II, die Rohrböden aus warmfestem Mn-legiertem und die Rauchrohrwände
aus temperaturbeständigem und zunderfreiem CrNiSi-legiertem Stahl gefertigt.
Inwieweit bei Holzbefeuerung die maximale Dampferzeugung von 150 kg/h mit
oder ohne Gebläse erreicht wird, kann erst Ende September nach verschiedenen
Probeläufen ausgesagt werden.
Bild 1: Schematische Darstellung des Wasserrohr Kessels.
Bild 2: Einschweißen der Siede- und Fallrohre.